Arosa AT 46 Racereport (September 2014)

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50km mit 3000 Höhenmetern? Kann man ja mal mitnehmen (diese Distanz hab ich ja noch nie gemacht) wenn man ausm Urlaub wieder da ist und schließlich bin ich nach 2 Wochen Granitblockkraxelei (Korsika, GR 20) und einer Woche Extremtapering am Strand  sowieso mehr als fit und Graubünden ist hier ja quasi eh um die Ecke … und so sitze ich an einem Freitagabend schneller als erwartet in Arosa mit Robert, Marina & Bastian auf dem Campingplatz und suche im dunklen noch eben die Pflichtausrüstung für den Laufrucksack zusammen.

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Von den reinen Daten her genau mein Lauf: Nie flach, viele Höhenmeter & eine hoffentlich beeindruckende Landschaft. Das Wetter verspricht auch einen perfekten Herbsttag von daher kann eigentlich nicht mehr viel schief gehen und so stehe ich bei angenehmen Temperaturen zusammen mit Bastian am Start, Marina nimmt den AT22 in Angriff und Robert wird alle Läufer mit der Kamera verfolgen und versuchen sich auf den Trail zu konzentrieren. Da der Lauf dieses Jahr zum ersten Mal stattfindet hoffe ich vor allem auf eine gute Streckenmarkierung.

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Wir lassen die üblichen Raketen am ersten Uphill nach dem Start davon ziehen und laufen erstmal gemütlich unser Tempo. Leider fühlt sich der Basti heute nicht so gut und so verlieren wir uns schon auf den Anfangskilometern aus den Augen. So langsam sammeln wir dann auch die ganzen Overpacer wieder ein und ich befinde ich mich relativ bald im ersten Anstieg an der Spitze des Rennens ein obwohl mein Tempo noch langsam genug ist für den ersten Anstieg. So kanns weiter gehen!
Ich erreiche als 6er das Weisshorn, schnell ein paar Gels eingepackt und dann erstmal auf zum ersten Downhill und schnell vorbei an Robert (trailstripsrelax.de) der die ganze Horde nacheinander ablichtet. Es folgt ein kurzer Gegenanstieg zur Hörnlihütte und nach einem weiteren minimalen Verpflegungsstop (Wasser & Gel) gehts schon in den ersten richtigen Downhill hinunter nach Arosa. Bereits nach den ersten paar Metern kommen kommen die Verfolger des führenden in Sicht und schon ein paar Serpentinen weiter unten laufen wir von nun an erstmal eine Weile zu viert. Daniel, mit dem ich im ersten Anstieg zum Weisshorn eine Weile unterwegs war kommt uns auf einmal von vorne entgegen (leider hat er eine der vorherigen Abzweigungen verpasst und ist erstmal direkt den Berg hinunter) und macht sich fluchend auf den Berg zum letzten Kontrollpunkt. Gemütlich geht es gemeinsam weiter, nicht zu steil und sehr gut laufbar hinunter nach Arosa zum Start/Zielbereich. Hier endet der AT 22 aber für die Läufer der großen Runde gehts hier erst richtig los denn schließlich warten auf der zweiten Schleife noch knapp 30km und 1700hm. Wir erreichen Arosa und den Start/Zielbereich in 2:18, der führende & spätere Sieger Gion Andrea Bundi (2. Matterhorn Ultraks 2014) hat zu diesem Zeitpunkt bereits 14 Minuten Vorsprung auf uns herausgelaufen. Schnell verpflegt und ab auf die zweite Schleife.

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Als wir zum Stausee Isel hinunter rennen fühle ich mich noch immer total super, freue mich aber nach dem langen Downhill auch erstmal auf den zweiten großen Anstieg (1000hm) hinauf zur Maienfelder Furgga. Meine drei Mitläufer lassen es beim zweiten Ansteig wieder krachen und rennen erstmal wieder relativ schnell die Forststrasse nach oben während ich es etwas gemütlicher angehen lasse, so finde ich mich schnell in fünfter Position wieder. Aber der Tag ist ja noch lang genug. 😉
Beim Wandern oder „Powerhiking“ vergeht die Zeit trotzdem wie im Flug und während ich mich langsam durch ein wunderschönes Kar nach oben arbeite kommt die Maienfelder Furgga immer näher. Was für ein Tiefblick nach Davos und auf die fernen 3000er! Graubünden ist hier oben wirklich besonders schön. Direkt an der Verpflegung am Pass schließe ich auch wieder zu Thomas (2. Irontrail T201 2014) & Daniel auf und wir laufen von nun an wieder gemeinsam. Die Strecke zieht sich nun in einem ständigen Auf und Ab durch wilde & steile Kare. Alpine Trails wie sie schöner nicht sein könnten und niemand außer uns scheint hier oben zu sein. Schnell aber in einem für mich immer noch guten Tempo befinden wir uns alsbald im Anstieg zum letzten Gipfel des Tages, dem Chörbsch Horn.

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Hier beschließe ich das Tempo etwas anzuziehen denn schließlich gibt es nun erstmal 800hm feinsten, laufbaren Downhill hinunter nach Jatz zum nächsten Kontrollpunkt. So verliere ich meine beiden Verfolger schnell aus den Augen und auch der Strelapass mit grandiosen Tiefblicken hinunter nach Davos rauscht fast so schnell vorbei wie die Horden Downhillbiker die hier oben heute Jagd auf Trailrunner machen … auch ein Grund noch etwas schneller zu laufen …
In Jatz sagt mein Appetit eindeutig Nein zu Gel & Kuchen und so muss zur Abwechslung mal etwas Cola zur Energiegewinnung her. Nun geht es noch einmal 400hm nach oben bevor Arosa so langsam in Sichtweite kommt. Auf einmal höre ich Schritte hinter mir aber es sind nicht meine beiden Verfolger sondern Daniel der sich nach seinen extra Höhenmetern nach dem Weisshorn wieder nach vorne gekämpft hat. Ich checke kurz mein System und muss dann entscheiden ihn erst einmal ziehen zu lassen. Tiefpunkt für heute … aber es sind ja noch 8km bis ins Ziel und so langsam beginnt auch die süße Brause ihre Energie freizusetzen und befördert mich zumindest laufend hinunter nach Mederegen zur finalen Kontrollstelle. Daniel kommt noch einmal in Sichtweite und von nun an gehts erstmal bergab bis zum Stausee den wir schon einmal passiert haben. Also einfach Kopf aus, Schmerz ignorieren und laufen, laufen, laufen … die Unterschenkel melden kurz vor dem See langsam aber sicher Feierabend. Noch ein paar Höhenmeter hoch, endlich wieder in Arosa, ein paar Straßen hochgewandert und da ist es endlich, das Ziel! Hard work, hard work.

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Alles in allem ein geniales Wochende mit Freunden & Gleichgesinnten, ist es doch auch genau das was für mich diese Events ausmacht. Laufen in den schönsten Landschaften der Alpen. Der 4. Platz in 6:18:51 ist natürlich auch nicht zu verachten. 🙂

Danke an die Orga aus Arosa, Robert fürs Fotos machen, Basti & Marina für die Unterkunft im Bus und euch allen für die Unterstützung und Begeisterung. Keep it going!

FULL RESULTS

STRAVA DATA

Weitere Bilder vom Rennen findet ihr bei Robert auf der Website.

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